Mittwoch, 29. Dezember 2010

Ein Vorsatz für das neue Jahr

Ich habe ja schon öfter über die Frage geschrieben, was genau eigentlich das "innere" oder "wirkliche" Alter eines Menschen ausmacht. Ich glaube nicht daran, dass Zahlen auf einer Geburtsurkunde da eine echte Aussage darstellen - und vielleicht hab Pablo Casals mir heute eine Antwort auf meine Frage gegeben. Was meint ihr? Er sagte nämlich...


Solange man bewundern und lieben kann, ist man immer jung. 


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Montag, 25. Oktober 2010

fliplife - schöne, neue Welt

Seit dem 31. August habe ich einen neuen Grund, gerne im Web unterwegs zu sein: das Social Game "fliplife". Mittlerweile habe ich mich auf Level 38 hochgearbeitet und da ist es Zeit, einige Anmerkungen zu machen und festzuhalten, was ich in den vergangenen Wochen mit dem Spiel erlebt habe. Es ist ein Paradebeispiel für die Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Web 2.0 - quasi im Zeitraffer - , das ich fasziniert miterlebe (und hier und da sogar mit Begeisterung mit gestalte).

Dabei möchte ich eure Aufmerksamkeit auf mehrere Bereiche richten:

- das Spiel an sich
- die Menschen im Spiel
- die Kultur des Spiels
- die Frage, warum ich diesen Beitrag für diesen Blog schreibe

Das Spiel

fliplife ist mein allererstes Game (von so Spielereien wie Mahjong und Tetris mal abgesehen). Gereizt hat mich vom ersten Spieltag an die Tatsache, dass ich als Spielerin direkt in den Entstehungs- und Entwicklungsprozess des Spieles integriert sein kann.

Die Menschen im Spiel

Die "social" Komponente des Spiels ist ja überhaupt das Beste. Klar, es ist schön, in der Rangliste recht weit oben zu stehen (im Fußball bin ich sogar immer noch auf Platz 1 :)), doch das Salz in der fliplife-Suppe sind die Leute - völlig unterschiedliche, interessante, witzige, nette, vielfach auch wirklich kluge Menschen, mit denen man immer sofort ein verbindendes Gesprächsthema hat - und hinter fliplife direkt noch viel mehr Themen findet. Was kommt dabei heraus: Menschen, die sich doch eigentlich überhaupt nicht kennen, ziehen sich bei Parties gegenseitig trotz fehlenden Cashs ins nächste Level, geben sich Tipps, respektieren Leistungen, beglückwünschen sich ehrlich zum gewonnen Match und leben so in dieser kleinen, feinen virtuellen Welt Werte aus, von denen unsere gegenwärtige Gesellschaft doch so oft nur träumen kann. Klar, wenn einer einen Bonus versemmelt kriegt er schon mal was zu hören, aber dann heißt es Strich drunter - nächste Aufgabe. Dabei spielen Achtjährige mit Menschen, die ihre Großeltern sein könnten, und das ist innerhalb des Spiels völlig bedeutungslos! Man added sich auf facebook (Das ist dank des Mitdenkens der Entwickler ein ganz kurzer Weg...) und lernt dabei noch mehr über den Mitspieler. Die Könner schreiben hilfreiche Tools und stellen sie in den aufblühenden facebook-Spielergruppen den anderen zur Verfügung, stellen sich dabei auch, wie es gute Tradition im Netz ist, der konstruktiven Kritik; jeder baut im Rahmen seiner Möglichkeiten an diesem Projekt mit, vernetzt sich, lernt, spielt, hat Spaß und Kommunikation. Einfach klasse!

Die Kultur des Spiels

Dadurch entsteht eine Spielkultur, die man in ihrer Vielfalt, Wandlungsfähigkeit und in ihrem Potential kaum beschreiben kann. Immerhin ist fliplife erst seit etwa 8 Wochen online und noch 'beta' - Ideen gibt es aber tausendfach, sie werden diskutiert, weiter gesponnen, an die Entwickler weiter gegeben oder selber direkt umgesetzt... immer wieder gibt es neue Herausforderungen und Ideen (Wie letzte Woche, die 5k bei einer Party zu knacken.), die die Spieler mobilisieren. Es ist unglaublich spannend, da mitten drin zu stecken. Das Spiel bietet dabei eigentlich nur die Plattform (Wenn auch eine sehr, sehr gute!) - aber mit Leben und Dynamik über das Web hinaus füllen wir fliplife, wir, die Spielerinnen und Spieler. Eine wirklich faszinierende Vernetzung von Real Life und Web, die ahnen lässt, was da alles noch geht.

Warum hier?

Warum schreibe ich hier über fliplife? Ich hab immer gedacht - nein, spielen kommt für mich nicht in Frage, ich kann mir so einen ständigen Zeitfresser nicht leisten. Doch getreu dem Motto traudichwasneues wollte ich es dann doch mal versuchen. Und ich habe innerhalb dieser Spielewelt schon so viel gelernt, gehört, miterlebt, entdeckt, kennengelernt - auch an anderen Sichtweisen - so ein Potential hab ich schon lange nicht mehr erlebt. Und dabei war mir immer klar, dass am anderen Ende des Spinnwebnetzfadens ein waschechter Mensch sitzt, einzigartig und spannend. Ein Spieler in einer kleinen Welt, aber mitten im Leben.

Sonntag, 1. August 2010

Was ich schon lange mal sagen wollte...

Immer wieder wird man als "Onliner" ja von "Offlinern" in solche Gespräche á la "Was bringt denn das?" "Früher ging's doch auch so!" oder "Das sind doch alles Verlierer, die im realen Leben nicht klar kommen!" hineingezogen. Natürlich macht es keinen Sinn, diesen Gesprächspartnern mit Argumenten zu kommen - sie müssten sich schon auf den Weg machen, das Web 2.0 auszuprobieren, um zu wissen, worüber sie da überhaupt reden. Da sie aber zumeist nicht bereit sind (oder Angst haben?), sich auf dieses Neuland einzulassen, kann man mit ihnen darüber nicht wirklich kommunizieren. 


Allerdings ist mir in den vergangenen Tagen ein Punkt aufgefallen, der vielleicht dazu beitragen könnte, die Schwelle zum Ausprobieren etwas niedriger werden zu lassen.


Es geht um das Thema "Alter". Jep. Ich sehe euch schon etwas verständnislos mit dem Kopf schütteln.


In der Kommunikation des Web 2.0, so wie ich sie erlebe, spielt das Alter der Gesprächs-, Schreib-, Skype-, twitter- oder Facebook-Partner nämlich eine im Vergleich zum real life sehr untergeordnete Rolle.


Und das gefällt mir.


Natürlich färbt das Alter und die Lebenserfahrungen, das Umfeld... eines Menschen seine Kommunikation (und das ist auch gut so, sonst wäre sie nicht spannend); aber es sind eben viele Faktoren, die einen Menschen ausmachen. Das Alter ist nur einer davon. Nur einer. Doch im realen Leben spielt dieser Faktor eine riesige Rolle - die ihm einfach nicht zukommt.


Meine ich.


Oft schließen sich im real life bestimmte Altersgruppen aus bestimmten Erfahrungswelten einfach aus. Von sich aus. Oder weil sie meinen, sie müssten. Oder weil die Leute gucken könnten. Oder was weiß ich.


Hingegen habe ich noch nie erlebt, das mich im Netz jemand fragte, wie alt ich bin (ich werde übrigens diesen Monat 42), BEVOR er oder sie mit mir kommunizierte. Und auch, wenn das Alter im Laufe der Kommunikation klar wurde, veränderte das die Struktur des Gespräches oder Chats nicht.  


Das "biologische Alter" spielt im Netz einfach kaum eine Rolle. Und wenn, dann eher im positiven als im negativen Sinne. Weil Erfahrungen bereichern und, kommuniziert, anderen etwas mit- oder weitergeben können. Weil die allermeisten (nicht alle, ich weiß), die im Web 2.0 unterwegs sind, eben keine Verlierer ohne wirkliche Freunde sind, sondern Menschen, die offen kommunizieren und jeden Tag eine Menge voneinander und über einander zu lernen. Und ich find's klasse, dabei zu sein und euch zu kennen - zu lesen - von euch zu lernen - Ideen zu kriegen - Ratschläge zu bekommen - und noch vieles mehr. 



Montag, 31. Mai 2010

Wieder hinsehen lernen

 Je länger ich versuche, meine Fähigkeiten beim Fotografieren zu verbessern, um so mehr merke ich, wie wenig wir doch hinsehen, wie oft uns Momente durch die Lappen gehen, die unglaublich schön oder unfassbar wahrhaftig sind. Und mittlerweile bleibe ich stehen, halte inne, wenn ich so einem Moment begegne und lasse ihn einfach wirken, schau einfach hin, egal, ob mit oder ohne Kamera. Und ein paar kostbare Augenblicke wird mir bewusst, wie das Leben beschaffen ist. Ganz kurz sind diese Erfahrungen, aber wirken lange nach.

Samstag, 17. April 2010

Aufgabe des Tages... Erinnere dich!

Manchmal tut es gut, zurück zu denken. Die Aufgabe heute meint aber, dass du dir mal einen ganz bestimmten Menschen aussuchst, jemanden, an den du nur selten und oberflächlich oder aber jahrelang gar nicht mehr gedacht hast. Manche Menschen verlieren wir ja völlig aus den Augen - und manchmal ist es schön, so jemanden wieder zu finden. Ob das nun nur in der Erinnerung geschieht - gestützt durch Fotos, Briefe oder andere 'Erinnerungsstücke' - oder ob du dann den Telefonhörer in die Hand nimmst und sagst: Mensch, wir haben uns so lange nicht gesehen - hast du eine Stunde Zeit für mich? - Das liegt bei dir.

Mittwoch, 14. April 2010

Aufgabe des Tages... Gelassen bleiben

Man liest es ja immer wieder und nimmt es sich auch immer wieder vor, jeder weiß eigentlich, wie gut es tut, ruhig und gelassen an die Dinge heranzugehen - und trotzdem ist es unheimlich schwierig. Wir lassen und so gerne mit hineinziehen in den Strudel der Ereignisse und erst hinterher wird uns klar, dass wir auch ganz anders hätten handeln können - ruhiger - mit besserem Ergebnis.

Stimmt's?

Trotzdem möchte ich den heutigen Tag unter dieses Motto stellen. Vielleicht hilft eine Notiz an dich selbst in der Hosentasche oder so eine Art Mantra a la "Ich bleibe heute ruhig und gelassen!" - das weiß jeder selber am besten. Ich weiß auf jeden Fall, dass uns allen eine Portion Gelassenheit gut ansteht. Und ich warte auch ganz ruhig und gelassen darauf, dass ihr uns eure Erfahrungen erzählt! :)

Dienstag, 13. April 2010

Aufgabe des Tages... Jemandem Aufmerksamkeit schenken

In den letzten Tagen begegnete mir diese Aufgabe in unterschiedlichsten Zusammenhängen immer wieder. Und so habe ich heute morgen kurzentschlossen die "Aufgabe des Tages" für mich erfunden. Vielleicht habt ihr Lust, mit zu machen und Ausschau zu halten nach jemandem, der eure Aufmerksamkeit braucht oder dem ihr sie einfach so mal schenken wollt. Ich bin mir sicher, dass man auf diese Weise sehr spannende Entdeckungen machen kann. Auf eure Rückmeldungen und Berichte bin ich auch schon ziemlich neugierig!

Sonntag, 7. März 2010

"Den Geist des Anfängers bewahren"

Die ganze Fülle des Lebens liegt in der Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks, im Jetzt, aber viel zu oft stehen wir dieser Erfahrung selbst im Weg. Wir sehen nichts so, wie es wirklich ist, weil wir allem ständig unsere vorgefaßte Meinung überstülpen. Wir nehmen an, daß unsere alltägliche Sicht selbstverständlich die einzig richtige ist und sind völlig blind für die außerordentliche Vielfalt, die auch den 'gewöhnlichen' Dingen innewohnt. Um den Reichtum des Augenblicks sehen zu können, müssen wir den Geist des Anfängers entwickeln, das heißt eine innere Einstellung der Offenheit gewinnen, die bereit ist, alles so zu sehen, als wäre es das erste Mal. (...) Versuche Sie diese Geisteshaltung mit Hilfe eines Experiments in Ihrem Alltag zu entwickeln. Wenn Sie zum Beispiel das nächste Mal einen Bekannten treffen, fragen Sie sich, wie gut Sie ihn wirklich kennen, ob Sie ihn unvoreingenommen sehen, nämlich so, wie er ist, oder ob Sie hauptsächlich die Projektion ihrer Gedanken in ihm erkennen. Dieselbe Überlegung wenden Sie bei Ihren Kindern an, bei Ihrem Partner, den Arbeitskollegen, Ihrem Hund oder Ihrer Katze und schließlich in ganz konkreten Problemfällen. Sie können sich auch fragen, ob Sie den Himmel, die Sterne, die Bäume, das Wasser und die Steine wirklich so sehen, wie sie sind, das heißt, mit einem klaren Geist, der frei von den unzähligen Verzerrungen seiner Gewohnheiten ist, ob ob Sie sie durch den Filter ihrer Erwartungen, Erfahrungen und Meinungen wahrnehmen.

(aus: Jon Kabat-Zinn: Gesund durch Meditation. Frankfurt a.M. 2009 (7. Aufl.). Seite 49f

Donnerstag, 25. Februar 2010

Lyrik - Fundstück

Ärgerlich

Schon immer wollten welche
der Erde entfliehen:

Erfinder, Konstrukteure,
Piloten, Astronauten -

weit über die Wolken hinaus,
auf den Mond,
tief in den Weltraum hinein.

Und schon immer
waren andere früher dort gewesen:

Phantasten, Träumer,
Geschichtenerzähler, Geschichtenleser.

Hans Manz

Find' ich einfach klasse!

Sonntag, 14. Februar 2010

Auf der Suche nach dem Frühling











Als Kind habe ich mich immer gefragt, was am Spazieren gehen so toll sein soll. Eigentlich habe ich es mehr oder weniger gehasst, es war langweilig und ein lästiges Ritual am Sonntag Nachmittag.

Doch mittlerweile sehe ich das ganz anders und empfinde jeden Spaziergang als Abenteuer. Manchmal setze ich mir Aufgaben und wenn die Kamera dabei ist, wird es besonders spannend. Heute z.B. habe ich mich auf die Suche nach dem Frühling gemacht. Den glitzernden Schnee genossen, die Eiszapfen bestaunt, die heute mächtig an Substanz verlieren, weil es taut. Festgestellt, dass die Regenrinne am Dach ein Leck hat, so dass ich einen Mini-Wasserfall im Garten bewundern kann. Ja, und ein paar Fotos sind auch das Ergebnis dieses kleinen Events.