Donnerstag, 29. Dezember 2011

Abwarten? Tun! (von Erich Kästner) - für euch zum neuen Jahr

Rundheraus: das alte Jahr war keine ausgesprochene Postkartenschönheit, beileibe nicht. Und das neue? Wir wollen's abwarten. Wollen wir's abwarten? Nein. Wir wollen es nicht abwarten! Wir wollen nicht auf gut Glück und auf gut Wetter warten, nicht auf den Zufall und den Himmel harren, nicht auf die politische Konstellation und die historische Entwicklung hoffen, nicht auf die Weisheit der Regierungen, die Intelligenz der Parteivorstände und die Unfehlbarkeit aller übrigen Büros. Wenn Millionen Menschen nicht nur neben-, sondern miteinander leben wollen, kommt es auf das Verhalten der Millionen, kommt es auf jeden und jede an, nicht auf die Instanzen. Wenn Unrecht geschieht, wenn Not herrscht, wenn Dummheit waltet, wenn Hass gesät wird, wenn Muckertum sich breit macht, wenn Hilfe verweigert wird - stets ist jeder Einzelne zur Abhilfe mit aufgerufen, nicht nur die jeweils "zuständige" Stelle. Jeder ist mitverantwortlich für das, was geschieht, und für das, was unterbleibt. Und jeder von uns und euch muss es spüren, wann die Mitverantwortung neben ihn tritt und schweigend wartet. Wartet, dass er handele, helfe, spreche, sich weigere oder empöre, je nachdem.
So wünsche ich euch allen, dass im neuen Jahr nicht das Abwarten im Vordergrund steht, sondern das Tun. Alles Gute!

 

Freitag, 30. September 2011

Moleskine for president!!!

Ja, um was soll es heute gehen - um Notizbücher. Moleskine hab ich nur als Pseudonym verwendet, schließlich sind es einfach die wunderbarsten, griffigsten und leidenschaftlichsten Notizbücher, die es auf dieser Welt gibt...

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel über die wichtigsten Regeln für ein funktionierendes Notizbuch. Nun habe ich meine Erfahrungen mit diesen Regeln gemacht und sie auch hier und da ein wenig weiter entwickelt. Sie haben dazu geführt, dass ich nie mehr ohne Notizbuch aus dem Haus gehe und fast nichts mehr vergesse. Sie haben dazu geführt, dass ich mehr lese und davon mehr umsetze. Sie haben dazu geführt, dass ich in den letzten 4 Wochen schon zwei Notizbücher fast voll geschrieben und viele neue Ideen umgesetzt habe. Und dass ich fast ein bisschen verliebt in meine Notizbücher bin. Aber der Reihe nach:

Als erste Regel ist es immens wichtig, pro Seite nur ein Thema zu verwenden - neues Thema, neue Seite - und dies in der linken, oberen Ecke - vielleicht in einem Kasten - mit Schlüsselwörtern zu kennzeichnen. Und wenn mehrere Seiten benötigt werden, kriegt eben jede einen solchen Kasten. Zusätzlich kann man die Art des Themas benennen, z.B. "B" für "Blogideen", "A" für "Aufgaben", "P" für "Planung" usw. Neben den Kasten kommt dann noch das Datum, damit die Chronologie erkennbar ist und Themen leichter wieder gefunden werden können. Manchmal macht es auch Sinn, den Entstehungsort der Notiz aufzuschreiben. Durch das Prinzip mit der einen Seite pro Thema sind auch nachträgliche Einträge und Zusatzbemerkungen problemlos möglich.

Zum zweiten wird jede Aufgabe, jede Notiz mit einem Spiegelstrich gekennzeichnet. Wenn sie erledigt ist, wird ein + daraus gemacht. Genial, aber gut. Ich verspreche euch, es ist ein tolles Gefühl, wieder so ein + entstehen zu lassen!

Drittens ist es wichtig, Seitenzahlen zu verwenden, um so Themen und Projekte regelrecht "verlinken" zu können. Ggf. kann man das sogar über mehrere Notizbücher hinweg machen, wenn man die Notizbuchnummer dazu schreibt. Ach ja, die sollten selbstverständlich nummeriert und mit Anfangs- und Schlussdaten versehen sein. So können sie besser archiviert werden - weg werfen kommt auf keinen Fall in Frage! Deshalb ist auch eine Adresse wichtig, falls das Buch verloren geht, soll ein Finder ja wissen, wo er es hinzuschicken hat (Tipp: kleiner Finderlohn macht Sinn!)

Viertens: Verbindungslinien, Kritzeleien, künstlerische Einwürfe, Einkreisen von Schlüsselwörtern oder besonders wichtigem - alles ist erlaubt, was hilft, kreativ macht, auflockert. Schließlich ist es ein Notizbuch! Da steht der Inhalt im Vordergrund, nicht die schöne Form. So kann es manchmal auch durchaus nützlich sein, mal eine Notizbuchseite quer zu nutzen!

Fünftens: sollten Lesebändchen vorhanden sein, kommt eins immer vor die nächste freie Seite, ein ggf. zweites (oder auch ein post-it, Büroklammer, Eselsohr...) zur frühesten offenen Idee, so dass man alles Seiten vor dieser Markierung erstmal vergessen kann. Eselsohren eignen sich auch gut für Seiten, die oft gebraucht werden oder besonders interessant sind. Dabei kann man ja auch noch zwischen Eselsohren oben und unten unterscheiden.

Ist ein Buch voll und muss gewechselt werden, übernimmt man alle offenen Aufgaben und markiert sie im alten Buch als erledigt.

Schon mit diesen wenigen und einfachen Regeln macht es einen Riesenspaß, ein Notizbuch zu führen und zum Leben zu erwecken. Kein Wunder, dass das früher nie so recht geklappt hat! Jetzt hab ich alles zusammen und hab' alle aktuellen Projekte, Ideen, Spinnereien, Zitate, Entwürfe, Einkaufslisten, to-dos.... im Griff! Viel Spaß beim Ausprobieren!

Sonntag, 18. September 2011

Neues Steckenpferd: Geocaching

Wer meine Posts bei twitter und facebook verfolgt, weiß es längst: Seit dem Ende der Sommerferien bin ich samt meiner ganzen Familie unter die Geocacher gegangen. Was für ein faszinierendes und facettenreiches Hobby! Wer hätte gedacht, dass sich unter einem solchen Begriff so viel Interessantes verbirgt!

Erste Entdeckung war ja die Tatsache, dass die lieben Kinderlein plötzlich gerne Spazieren gehen - denn immerhin müssen zu manchen Schatzfundorten ja durchaus kleine Wegstrecken zurückgelegt werden. Mein Gatte entpuppte sich rasch als wahrer Klettermaxe, der mit affenartiger Geschwindigkeit auf hübsche Hainbuchen steigen kann (auch noch barfuß!). Ich war begeistert.

Dazu kommt der Lernzuwachs an vielen Stellen. So waren wir schon gefordert, uns mit geschichtlichen (Tempelritter), mathematischen, zoologischen (Damwild oder Rotwild? Oder doch Rehwild?) und geographisch-psychologischen (Wir haben uns im Dunkeln verlaufen!!!! Kreisch!!! Was nun?) Fragestellungen auseinanderzusetzen. Einfach klasse! (Besonders, wenn man das Auto wieder gefunden und heil zu Hause angekommen ist.)

Außerdem lernt man wunderbare Mitcacher kennen. Es macht einfach einen Riesenspaß, mit ähnlich gestrickten lieben Leuten im Wald herumzustreifen, sich freiwillig Zecken einzufangen und am Schluss doch noch erfolgreich zu sein. (Danke, Antje und Gerhard!) Feiern im Verwandtenkreis verlieren ihren Schrecken, wenn in der Umgebung der Location noch einige ungehobene Caches warten und zumindest einige der Verwandtschaftsmuggel (Muggel sind alle Menschen, die nicht geocachen) gut zu Fuß sind.

Zudem beschäftige ich mich plötzlich höchst motiviert mit völlig neuen Themen, die mich im Geographieunterricht nur mit Langeweile erfüllt haben: mit Karten, GPS, der Arbeit mit dem Kompass, geodätischem Datum und Peilung.

Das Sahnehäubchen ist natürlich das Verstecken eigener Caches: immer ausgefeilter werden die Verstecke, immer neue Ideen bahnen sich an. Mit Spannung wird der FTF erwartet - der Erstfund - und die Wanderschaft eventuell beigelegter Reisender (sogenannte Trackables) mit verfolgt. Ach ja, die Trackables: es gibt sie in allen möglichen Ausstattungen und Formen, sie sollen ein Ziel erreichen oder einen Auftrag erfüllen. So hab ich kurz nach meinem Geburtstag ein besonders schönes TB von meinem Heimatdorf in Richtung Irland los reisen lassen. Ich bin sehr gespannt, wann es dort ankommt und ob ich es irgendwann wieder in den Händen halten werde!

Auch Gutes kann man beim Geocachen tun: Müll in der Umgebung eines Caches einsammeln, zum Beispiel (Kampagne "Cache in, Trash out"). Oder vergessene Orte durch die Platzierung eines Caches wieder ins Bewusstsein der Menschen rufen. Schöne Plätze der eigenen Heimat anderen zeigen, Geschichtliches lebendiger werden lassen. So haben wir nur wenige Kilometer von zu Hause eine wunderschöne Kirche entdeckt, aus der ein Bächlein zu quellen scheint, so idyllisch und speziell - und doch hätten wir sie niemals selbst entdeckt.

Fazit: Geocachen ist klasse und ich bin super froh, es für mich und meine Familie entdeckt zu haben. Was es tatsächlich alles bedeutet, entdecken wir erst, in dem wir es tun. So ist es oft: Erst auf den zweiten Blick, nachdem man Energie und Zeit investiert hat, eröffnen sich neue Dinge ganz!

Dienstag, 26. Juli 2011

Die Welt mal wieder von einer ganz neuen Seite betrachten

Nun beschäftige ich mich schon seit einigen Tagen mit C++. Das letzte Mal hatte ich gegen Ende meiner Schulzeit mit Programmiersprachen zu tun, damals mit BASIC, und das auch nur mit mäßigem Erfolg (lag am Lehrer, ist doch klar... ). Da scheint die Frage von Bekannten, warum ich mir das antue, irgendwie berechtigt. Warum tue ich mir das an? Und das auch noch in den ... ähem.... Sommerferien?

Ich tue mir ja gar nichts an - ich suche eine Herausforderung und möchte mich mal wieder auf Neuland umherwandern. Niemand setzt mir eine Zeitmarke, ich kann stehen bleiben und die Landschaft genießen, auch mal zurück gehen, wenn ich später merke, dass es irgendwo spannend war und ich mehr darüber wissen möchte. Was für ein Luxus! Ich muss nicht, ich darf. Und ich kann! Weil es tolle Bücher gibt, liebe Menschen, die mir Fragen beantworten (Real Life und im Netz) und Hintergrundinfos im Netz. Warum sollte man das nicht nutzen?

Meine ersten Schritte sind übrigens wirklich spannend. Manches erschließt sich sofort, manches braucht mehrere Anläufe - dann plötzlich ein aha - Erlebnis. Ich kann das wirklich nur empfehlen, auch wenn mein armer Kopf im Moment noch manchmal vor lauter fremden Eindrücken knarzt und raucht... :) Es lohnt sich, was Neues zu probieren!

Mittwoch, 6. April 2011

Ein Brief aus Holz... :) "Rettet-die-Handschrift"

Als ich heute aus der Schule kam, wartete ein liebevoll mit Sternen bemalter Umschlag auf mich. Ziemlich schnell war mir klar, dass dieser Umschlag wohl mit der Aktion "Rettet die Handschrift" zu tun haben müsste. Ich ließ mir Zeit, kochte erstmal einen Kaffee und las die mails vom Vormittag - Vorfreude genießen, überlegen, was da wohl drin sein könnte und wer mir da wohl schreibt.


Beim Öffnen des Umschlages wurde ich dann für die gespannte Warten mehr als belohnt: Ein Brief aus Holz! Durch das etwas verschlungene Beschriften des ehemals für ein Fensterbrett vorgesehenen Holzstückes muss ich besonders aufmerksam lesen und genau hinschauen - so trifft sich die Mühe, die sich die Absenderin (auch eine Alexandra! Daaanke! ^^) gemacht hat mit der Bedächtigkeit, die ich zum Lesen aufbringe. Wundervoll! Ich freu' mich! Wieder mal hat es sich gelohnt, sich auf etwas einzulassen und mit zu machen! 



Samstag, 26. März 2011

Starke Aktion!

Diese Aktion finde ich klasse - und viele von euch haben sicher schon lange keinen Brief mehr geschrieben. Mitmachen! :)

Samstag, 1. Januar 2011

Für euch zum neuen Jahr... :)

In meinem Adventskalender habe ich heute einen richtig wunderbaren Text zum Anfang des neuen Jahres gefunden. Falls mich noch mal jemand nach guten Vorsätzen für 2011 fragt, werde ich auf diese Worte verweisen... :) Sie werden Joseph Beuys zugeschrieben.


Lass dich fallen. 
Lerne Schlangen zu beobachten. 
Pflanze unmögliche Gärten. 
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein. 
Mache kleine Zeichen, die "ja" sagen und verteile sie überall 
in Deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit. 
Freue Dich auf Träume. 
Weine bei Kinofilmen, 
schaukle, so hoch Du kannst 
mit Deiner Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen, 
verweigere "verantwortlich zu sein", 
tu es aus Liebe. 
Glaube an Zauberei, lache eine Menge. 
Bade im Mondschein.

Träume wilde, phantasievolle Träume. 
Zeichne auf die Wände. 
Lies jeden Tag. 
Stell Dir vor, du wärst verzaubert. 
Kichere mit Kindern. 
Höre alten Leuten zu.

Spiele mit allem. 
Unterhalte das Kind in Dir, Du bist unschuldig. 
Baue eine Burg aus Decken, werde nass, umarme Bäume, 
schreibe Liebesbriefe.

 (aus: Der andere Advent 2010, Andere Zeiten e.V.)