Freitag, 26. Dezember 2014

11 Fragen für die Bloggerin

Und hier Andrés 11 Fragen:
  1. Wie bist du zum Bloggen gekommen? - Ich hab schon als Kind gerne geschrieben, Deutsch ist das Fach, das ich am liebsten unterrichte, ich habe Kreatives Schreiben gelernt und kann mich schriftlich besser ausdrücken als mündlich ;) - da liegt das Bloggen sozusagen auf dem Weg.
  2. Worüber würdest du nie auf deinem Blog schreiben? - Über Dinge, von denen ich keine Ahnung habe. Über andere Menschen. Über meinen Alltag in der Schule.
  3. Hast du durch dein Blog schon besondere Dinge erlebt, die ohne es vermutlich nie passiert wären? - Manche aus Kommentaren entstandenen Schreibgespräche waren klasse.
  4. Was hat dich 2014 am meisten bewegt? - Dass die Welt immer dunkler zu werden scheint. Dass wir immer mehr reden, schreiben, kommunizieren aber nicht zuhören, lauschen, lesen, verstehen, weil sich alles überdeckt. 
  5. Nimmst du dir spezielle Ziele für 2015 vor? - Ruhe. Mehr lernen, mehr lesen, achtsamer sein, davon berichten, besser schreiben, mehr Musik machen.
  6. Was sind die 5 wichtigsten Dinge in deinem Leben, ohne die du nicht leben würdest wollen? - Familie, Farben, Draußen sein, Musik, Fäden.
  7. Wie sieht für dich ein idealer Sonntag aus? - Orgelfrei ;) (obwohl ich gerne spiele!) und keine Verabredungen. Meine Zeit halt.
  8. Was darf bei dir zu Weihnachten niemals fehlen? - Licht. Musik. Das Adventskonzert der mennonitischen Gemeinde hier am Ort.
  9. Was bedeutet Familie für dich? Bezugspunkt, an dem alles andere nicht vorbei kommt.
  10. Wenn du etwas in der Welt verändern könntest, was wäre das? - Waffen gäbe es in meiner Welt nicht. Darf ich noch mehr? Dann: Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
  11. Gibt es ein technisches Spielzeug, was du gerne haben würdest wollen, was du dir aber einfach nicht kaufst? - Ich habe, was ich brauche, versuche, es so lange wie möglich zu nutzen und freu mich dann wie verrückt über was Neues. Alles andere gucke ich mir an.

Merci André :)

Vor ein paar Tagen wurde ich von André für den "Liebster Award" nominiert. Merci dafür - ist mir noch nie passiert. Aber hier geht es ja auch darum, Neues auszuprobieren. Deshalb werde ich mich jetzt mal auf deine 11 Fragen einlassen!

Fundstück für die Zeit der Rauhnächte

Diesen Text habe ich heute über Rüdiger Dahlkes Facebookseite gefunden - und weil er so gut in die Zeit der Rauhnächte passt, möchte ich ihn euch nicht vorenthalten:

Es interessiert mich nicht, was Du beruflich machst.
Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst und ob Du es wagst, davon zu träumen,
Deines Herzens Sehnsucht zu stillen. 
Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist,
ich möchte wissen, ob Du es riskieren wirst, wie ein Narr zu wirken,
um der Liebe willen, um Deiner Träume willen, für das Abenteuer des Lebens.
Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob Du das Zentrum Deines eigenen Kummers berührt hast,
ob Du durch all Deine schmerzhaften Erfahrungen geöffnet worden bist
oder ob Du Dich verhärtet und verschlossen hast aus Angst vor weiterem Schmerz. 
Ich möchte wissen, ob Du Schmerz aushalten kannst, meinen oder Deinen eigenen,
ohne ihn zu verstecken, verkleinern oder heilen zu wollen. 
Ich möchte wissen, ob Du die Freude erleben kannst, meine oder Deine eigene:
ob Du mit Wildheit tanzen kannst und Dich von der Ekstase auffüllen lässt
bis in die Finger – und Fussspitzen, ohne zu ermahnen vorsichtig oder realistisch zu sein
oder uns an die Beschränkungen des Mensch-Seins zu erinnern.
Es ist mir egal, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob Du jemand anderen enttäuschen kannst, um Dir selbst treu zu bleiben, 
ob Du die Anschuldigungen des Verrats ertragen kannst, ohne Deine eigene Seele zu verraten. 
Ich möchte wissen, ob Du mit Misserfolgen leben kannst, Deinen oder meinen,
und dennoch am Ufer eines Sees stehend dem silbernen Mond zurufen kannst: „Hurra!“
Es interessiert mich nicht, wo Du lebst oder wie viel Geld Du hast.
Ich möchte wissen, ob Du nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst, erschöpft und zerschlagen und für die Kinder sorgen kannst, wie es nötig ist.
Es ist mir egal, wer Du bist oder wie Du hier her gekommen bist,
ich möchte wissen, ob Du mit mir inmitten des Feuers stehen wirst, ohne zurück zu zucken.
Es ist mir gleich, wo oder was und bei wem Du studiert hast.
Ich möchte wissen, ob Du mit Dir allein sein kannst,
und ob Du Deine Gesellschaft auch in den leeren Momenten wirklich magst. 
Oriah Montain Dreamer
Indian Elder

Sonntag, 21. Dezember 2014

Die erste Rauhnacht

Mit einer Laterne bin ich eben auf den Berg gestiegen, um die längste und dunkelste aller Nächte zu besuchen. Sie lässt sich nicht leicht finden, wenn das Dorf noch in Sichtweite ist mit seinen Straßenlampen, Lichterketten, Fernsehschirmen und Strahlern am Kuhstall. Noch ein paar Schritte. Noch ein paar. Der Untergrund war matschig. Wie matschig, hab ich erst zu Hause im Treppenhaus gesehen.

Ich bin 27 Schritte weiter Richtung Wald gegangen, als ich mich eigentlich traute. Dann noch ein paar. Immer, wenn ein Auto durch's Tal fährt, taucht mein langer Schatten am Berghang auf. Dann gibt es wieder nur mich und die Schwärze dieser Nacht. Kein Geräusch hier oben, nicht so, wie ich es erwartet hatte. Auch kein Stern am Himmel, nur die Glassternchen auf der Laterne, die ich mitgebracht habe mit der flackernden Kerze. Die Taschenlampe brauche ich nicht. Auch das Telefon bleibt in der Jackentasche. Vielleicht bleibt beides beim nächsten Mal zu Hause.

Der Eindruck am Berg ist intensiv, die Wolken heben sich trotz aller Dunkelheit am Horizont vom grauschwarzen Himmel ab und es weht ein deutlicher Wind. Doch die Kerze bleibt an und die Mütze war eine gute Idee. Alle Gedanken wirken transparent. Alles um mich herum scheint den Atem anzuhalten und auf etwas zu warten.

Sie gefällt mir, diese erste Rauhnacht. Feuer kann ich keine sehen von hier aus, nur meine kleine Flamme, die auch irgendwie ein Sonnwendfeuer ist. Langsam und bedächtig gehe ich wieder den Berg hinab, dem Licht entgegen. Die Nacht und mein kleines Feuer nehme ich mit.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Neben der Zeit... die Rauhnächte.

Das ganze Jahr über mache ich mir Gedanken über Erziehung, gesellschaftliche Entwicklungen und wie sich unser Leben gestaltet. Vieles gefällt mir nicht, oft mache ich mir Sorgen - was für Erwachsene werden die Kinder von heute mal werden? Wohin entwickelt sich diese Gesellschaft weiter? Die Aussichten sind da eigentlich nicht so toll, es ist nur ein recht schmaler Schimmer der Hoffnung, der sich auftut. Da ist es wohltuend, sich auch mal auf ganz uralte Dinge zu besinnen.

Seit jeher schon faszinieren mich die Rauhnächte, die Nächte zwischen den Jahren. Ich weiß nicht mehr, wann ich das erste Mal von dieser alten Überlieferung gehört habe, doch ließ mich die faszinierende Idee der eiskalten, magischen, dunklen Nächte, an denen die Grenzen zwischen den Welten durchlässiger sein sollen, nie wieder wirklich los. Es ist eine Zeit besonders großer Energie, die man deutlich spüren kann. Überall in Europa findet man Brauchtum, das diese Zeit mit starken Energien verbindet.

In den letzten Jahren habe ich dann immer mehr versucht, diese magischen Nächte in besonderer Weise auf mich wirken zu lassen. Am ehesten funktionierte das, wenn ich allein draußen unterwegs war - oder wenn ich bewusst die Stille suchte. In diesem Zusammenhang wurde Spinnen zu einer meiner bevorzugten Handlungen in dieser Zeit. Schließlich ist auch das Spinnen eine besondere, in vielen Märchen und Sagen vorkommende Tätigkeit. Das Geräusch des sich drehenden Spinnrades kann einen auf Dauer regelrecht "runterfahren" - funktioniert übrigens auch bei unruhigen Kindern ;)

Die Rauhnächte beginnen mit der Wintersonnenwende (21./22. Dezember) und enden mit der Nacht auf den 6. Januar. Es gibt verschiedene Tradionen, was die Zahl der Rauhnächte innerhalb dieser Spanne betrifft. Für mich macht es am meisten Sinn, alle 12 Nächte als Rauhnächte zu begreifen, da dann jede für einen Monat des Jahres steht. Der Überlieferung nach entstanden die Rauhnächte, weil die Kelten Schalttage zwischen dem Mondphasen- und dem Sonnenjahr einfügten, um die Zahl der Tage auszugleichen - also sind diese Nächte eigentlich außerhalb der Zeit. Sie gelten deshalb als eine Phase, in der das Schicksal sozusagen neu ausgehandelt werden kann. Alte Strukturen werden aufgebrochen, Reinigung und Neuausrichtung, beten, kreativ sein, sich Klarheit verschaffen - all das steht nun an.

Die wichtigsten Rauhnächte

Die Wintersonnenwendnacht ist die längste Nacht des Jahres, mit ihr beginnen die Rauhnächte. Die zweite, besonders wichtige Nacht ist die Christnacht vom 24. auf den 25. Dezember. Die dritte ist die Silvesternacht und die vierte, besonders wichtige Rauhnacht ist die Epiphaniasnacht vom 5. auf den 6. Januar.

Was kannst du tun?

Um die Rauhnächte bewusst zu erleben, solltest du beispielsweise viel mehr aufschreiben als sonst und ein besonderes Tagebuch führen - wie war das Wetter? Was hast du gesehen, gehört, geträumt, gerochen, gewünscht? Wenn hast du getroffen? Wer hatte schriftlichen oder telefonischen Kontakt mit dir? Was hast du getan, was ist dir auf- oder eingefallen?

Sinnvoll ist es, sich auch ganz bewusst auf die Rauhnächte vorzubereiten - so solltest du Geliehenes zurück bringen, ausstehendes Geld zurückzahlen, Konflikte klären, das vergangene Jahr Revue passieren lassen, aufräumen, sauber machen und dafür sorgen, dass andere um dich herum weitestgehend ohne dich klar kommen, damit du Raum für dich hast.

Ich werde das mit dem Tagebuch dieses Jahr mal versuchen und berichten. Falls du auch Lust dazu hast: wunderbar :)

Als Informationsquelle haben mir gedient:

Luisa Francia: Zaubergarn. Frauenoffensive 1989
http://www.universityofhappiness.de/heiligen-rauh-naechte/

Samstag, 19. April 2014

Fundstück :)

Guten Morgen! Als ich eben mein #facebook öffnete, fiel mir als erstes dieser hier in die Augen:

"Once a year, go some place you have never been before." (Dalai Lama)

In diesem Sinne wünsche ich euch besondere Ostern 2014 :)

Donnerstag, 17. April 2014

Onepager zum Thema "Wie ich mir die Schule träume"

Für den iversity - Kurs "Meine Schule transformieren" sollte ich in 5-7 Sätzen aufschreiben, wie ich mir Schule wünsche, vorstelle und erträume. Das wollte ich euch hier nicht vorenthalten und außerdem interessiert mich eure Meinung dazu. Also auf geht's - kommentieren (bitte direkt hier auf der Seite!)

Ich träume von einer Schule, in der die Lust am Lernen sich ausbreiten kann, die Raum und Zeit dafür bietet. Ich träume davon, dass die Kinder und Lehrer in dieser Schule Erfahrungen machen, die ihre Lebens- und Beziehungspraxis vertieft und verbessert. Davon, dass dort Religion, Philosophie, Kunst, Literatur und Musik nicht als Unterrichtsgegenstand, sondern als essentieller Teil eines guten Lebens erlebt werden. Ich wünsche mir, dass in dieser Schule der ganze Mensch wichtig ist und Eltern dazu gehören, ihren Kindern aber den nötigen Raum lassen. Dort bestimmen die Kinder ihren Unterrichtsplan durch die Themen, die ihnen wichtig sind, die sie begeistern, die sie zum Wachsen brauchen. Diese Schule hat ihren Zweck darin, den Kindern zu helfen, ihren ureigensten Platz in der Welt zu finden und sich als wichtig und wertvoll zu sehen.