Freitag, 19. August 2016

No. 4 - Schön!

Manchmal sind auch auf den ersten Blick hässliche Dinge schön, wenn man genauer hinschaut. Dabei schult sich auch der Blick: Wir sind es mittlerweile ja gewohnt, die blöden und hässlichen Dinge und Situationen wahrzunehmen. Mit der kleinen Übung auf Seite 28 könnte sich das ändern.

Aufgabe ist es, von einem Spaziergang 5 Fundstücke mit nach Hause zu bringen. Irgendwas. Und dann sollst du die verborgene Schönheit dieser Dinge finden - und anpreisen. Mal schauen!




1. Sehen Sie dieses wunderbaren, trockenen Stängel! Es hat im Verlaufe seiner Trocknung eine bizarre und einzigartige Form entwickelt. Außerdem ist er nun hohl, so dass Insekten darin einen sicheren und geschützten Unterschlupf finden können.

2. Nun möchte ich Sie auf den herzallerliebsten Rotklee aufmerksam machen. Obwohl es tausende davon gibt, ja sogar Millionen - dieser ist dennoch einzigartig. Bienen halten sich dort gern auf und sein unaufdringliches Rosarot gibt einer Wiese das ganz besondere Etwas. Die Blüten strecken sich zum Himmel. All das erinnert uns doch an uns selbst: Wir sind einzigartig, gestalten unsere Welt und sollten uns immer zum Himmel strecken.

3.  Die Flaumfeder war mein erstes Fundstück. Ich liebe Federn! Diese hat im unteren Drittel einen herrlich weichen grauen Flaum, der oben in ein reines, leuchtendes Weiß übergeht. In der Spitze hat meine Feder noch etwas ganz Besonderes, das man auch auf dem Foto erkennen kann: einen grauen Punkt. Bei jeder noch so leichten Luftbewegung gibt die Feder nach und schwingt leise mit. Das fasziniert mich! Sie ist weich, warm und einfach schön, auch wenn sie ihre Aufgabe, einen Vogel warm zu halten und ihm beim Fliegen zu helfen, nicht mehr wahrnehmen kann.

4. Eine Acrylglasscherbe. An ihr finde ich schön, dass man Geschichten um sie herum erfinden kann. Wer hat sie verloren? Wie lange lag sie schon dort? Wozu gehörte sie? Warum sind diese kreisförmigen Absplitterungen entstanden? Wird sie vermisst? Ist sie möglicherweise aus irgend einem Grund unersetzlich? Herrlich, wie eine kleine Scherbe die Fantasie anregen kann!

5. Ein bisschen ähnlich ist das mit meinem größten Fundstück, einem Bruch-Ziegelstein. Er lag halb in der Erde, die ihm jetzt auch noch großflächig anhaftet. Auf der Vorderseite findet sich ein glitzernder Bereich. Eine Seite ist ganz perfekt gerade geschnitten, auf der anderen Seite ist sie zerbrochen. Der Stein hat also irgendwie immer beides, Yin und Yang, Ganz und Kaputt, Sauber und Verschmutzt, Funktion und Schrott. Das gefällt mir. Und die Farbe des Ziegelsteins mag ich, das warme Rot. Schön!

Jetzt bist DU dran. Auf geht's, Fundstücke und ihre Schönheit entdecken!


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